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Tückischer Bodensee ?
Die folgende wahre Geschichte, wie auch viele andere, scheinen diese Frage zu bejahen.
Ein Segelboot ist auf dem Weg nach Konstanz. Wie so oft, lässt der Wind nach und schläft regelrecht ein. Flaute, das kennen wir schon, typisch Bodensee. Volle Segel gesetzt, aber das Boot dümpelt nur ganz langsam vor sich hin. Es sind vielleicht noch 1 bis 2 Meilen zum Ziel. Dann urplötzlich Starkwind aus Richtung Konstanz, das Boot legt sich zur Seite, Schoten werden (hoffentlich) gefiert und die Segel killen, dass einem Angst und Bange wird. Nur schnell runter mit dem Tuch, bevor es sich in Einzelteile zerlegt. Zum Starkwind gesellen sich vielleicht noch Blitz, Donner und Regen.
Ist der Bodensee also tückisch ?
Ein einheimischer Segler sagte 2005 im 3. Fernsehprogramm während einer Sendung über den Bodensee, dass die Natur nicht tückisch sei. Man muss nur deren Zeichen erkennen.
Wenn man nun diese Geschichte vollständig hört, erfährt man zusätzlich, dass über Konstanz dunkle Gewitterwolken aufgezogen sind.
Die Natur hat also angekündigt, was kommen wird.Es wäre sinnvoll gewesen, einfach die Segel herunter zu nehmen und während der Flaute mit Motorhilfe in den Zielhafen zu fahren. Eine Sache von 10 bis 20 Minuten, ohne Stress, keine Gefahr für Boot und Besatzung. Im Hafenrestaurant hätte dann das Gewitter gemütlich abgewettert werden können.
Bevor jetzt aber ge- oder verurteilt wird, soll sich jeder Skipper an der eigenen Nase fassen. Wer hat noch nie einen Fehler gemacht ?
Föhn
Ein anderes Thema ist der plötzlich auftretende Föhn im Ostteil des Bodensees, mit Starkwind bis zu schwerem Sturm. Auch hier herrscht gewöhnlich Flaute und urplötzlich fegt es los. Der Föhn ist für Unerfahrene sehr viel schwieriger zu erkennen bevor er angefangen hat als ein Gewitter, das eigentlich jeder Segler erkennen muss.
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Föhn entsteht, wenn sich nördlich der Alpen eine Zone tiefen Luftdrucks befindet, südlich der Alpen ein Hochdruckgebiet. Dadurch bildet sich eine gewaltige Luftströmung von Süden über die Alpen hinweg. Die Luft wird angehoben, kühlt sich ab und die Mittelmeerfeuchtigkeit kondensiert und regnet auf der Alpensüdseite ab. Auf unserer Seite der Alpen fallen die Luftmassen wieder abwärts und erwärmen sich dabei. Trockene Luft erwärmt sich erheblich schneller, so dass diese Luft viel wärmer ankommt als sie einmal in Italien war. Wegen der geringen Luftfeuchtigkeit herrscht sehr klare Sicht. Der Föhnsturm kann am Bodensee orkanartig hereinbrechen, so dass dies bei Ausfahrten mit zu berücksichtigen ist. Vom Rheintal einfallend dreht er leicht westlich, in Längsachse des Sees, und tobt sich im allgemeinen im östlichen Seeteil des Obersee voll aus. Ab einer Linie Friedrichshafen - Romanshorn wird der Föhn in der Regel deutlich schwächer. |
Föhnlage: Deutlich erkennt man die Wolken, die über die Bergkämme kommen, links oben eine "Föhnlinse". |
Föhnlage. Die Wolkendecke bricht über den Alpen auf. |
Einheimische sehen an den Wolken am Himmel, wenn Föhn unmittelbar bevorsteht. 1. Wenn Wolken über die Berkämme herunter kommen und sich noch linsenförmige weisse Wolken bilden, oder 2. wenn z. B. eine bestehende Wolkendecke sich über den Alpen und im Rheintal öffnet, ein sogenanntes Loch in der Wolkendecke entsteht, dauert es möglicherweise nur wenige Minuten, bis der Föhn loslegt. Zur Beruhigung, bis zur Rheinmündung im Bodensee gelangen nur 10% der Föhnwinde, die über die Alpen kommen. Das sind etwa 70 Stunden im Jahr (Bericht Nr. 68. Bad Ragaz). Die Föhnstunden verteilen sich nicht gleichmässig auf das Jahr; sie haben zwei ausgeprägte Maxima im März/April und im November. Im Juni, Juli und August werden weniger als 10% (also kleiner 7 Std.) aller Föhnstunden des Jahres registriert. Doch hat der Föhn nicht nur einen Jahres-, sondern auch einen Tagesgang: Im oberen St.Galler Rheintal bei Vaduz tritt er etwas häufiger am Nachmittag, am Bodensee jedoch eher in der Nacht auf. |
Bild- und Informationsquellen sowie weitere Infos siehe http://www.shv-fsvl.ch/d/wetter/archiv/0302.htm , http://www.mesenkamp.com/foehn.htm und http://www.truesche.com/see/wetter.htm
Bertram Birk
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